Sicheres Passwort: Eine Anleitung und No-Gos

Die größte Sicherheitslücke in der digitalen Welt ist der Mensch. Denn wer den Namen seines Haustieres, seines (Ehe)Partners oder Kindes als Passwort verwendet, der darf sich nicht wundern, wenn Unbefugte in seine Accounts einsteigen. Wir geben ihnen Tips, wie Sie ein sicheres Passwort im Handumdrehen erstellen. „123456“, gefolgt von „password“ sind die am häufigsten verwendeten Passwörter.

Das hat unter anderem ein Hackerangriff auf die Server des Softwareherstellers Adobe ans Tageslicht gefördert. Ähnlich alarmierend sind Rankings der beliebtesten Passwörter. Dass „abc123“,
„qwerty“, „monkey“, „letmein“, „dragon“, „111111“ unter den Top-10 rangieren zeigt, wie fahrlässig Benutzer mit der Passwortsicherheit verfahren.

Tipps für ein sicheres Passwort

  • Fantasiewörter verwenden: Wörter, die im Wörterbuch stehen, sind leicht zu knacken bzw. zu erraten. Kunstwörter und aus Wortteilen zusammengesetzte Passwörter sind ideal: z.B. sÜd^4xp:Oh378. Solche Passwörter können Sie per Passwort-Generator kostenlos und rasch erstellen lassen, z. B. unter www.passwort-generator.org
  •  Zahlen und Sonderzeichen einbauen: Um sich Zahlen für ein sicheres Passwort leichter zu merken, kann man Buchstaben durch Zahlen ersetzen – etwa statt B eine 8 verwenden. Sonderzeichen sind aber nicht bei allen Arten von Accounts zulässig. Setzen Sie sie aber unbedingt dort ein, wo es möglich ist.
  • Länge: Je länger ein Passwort ist, desto schwerer ist es zu knacken. Mindestens acht Zeichen lang sollte ein sicheres Passwort sein. Besser aber natürlich länger.
  • Passwörter ändern: Dafür gibt es keine Faustregel und hängt von der Wichtigkeit der Daten ab, die hinter einem Account stecken. Grundsätzlich gilt: Wenn man ein unsicheres Gefühl hat, etwa wenn einem jemand beim Einloggen über die Schulter geschaut hat, sollte man sofort danach das Passwort ändern. Ansonsten sind mehrmonatige Änderungsrhythmen ein Anhaltspunkt.

Sicheres Passwort merken mit der Satzmethode

Ein schwieriges, sicheres Passwort kann man sich mithilfe einer einfachen Regel leicht merken: Bilden Sie dazu einen Satz, zum Beispiel „Heute gehe ich am Abend mit Renate Essen“. Nehmen Sie jeweils den Anfangsbuchstaben jedes Wortes und schon haben Sie ein Kunstwort. In diesem Fall ist es „HgiaAmRE“ Noch ein paar Zahlen oder Sonderzeichen dazu und Sie sind auf der sicheren Seite. Wie wär’s mit „Hg!aAmRE90“?

Und für mehrere Accounts können Sie dieses Basispasswort je nach Verwendungszweck erweitern: zum Beispiel Hg!aAmRE90-twit für Ihren Twitter-Account. Gruppieren Sie Accounts nach Vertrauensstufen: So enthalten etwa Foren oder Logins zu Onlinemedien weniger sensible Daten als der E-Mail-Account oder das Online-Banking. Je nach Wichtigkeit können Sie unterschiedlich lange Basispasswörter verwenden.

„No-Gos“ – Das müssen Sie bei Passwörtern vermeiden

Verwenden Sie niemals Namen oder Begriffe, die mit Ihnen in Verbindung gebracht werden können – etwa der Name des Haustieres oder des (Ehe)Partners.

  • Verraten Sie Ihre Passwörter niemandem.
  • Schreiben Sie Passwörter in keine Notizbücher oder Kalender, die sie ständig mit sich herumtragen. Die beste Möglichkeit, Passwörter sicher aufzubewahren sind entweder Safes oder Passwortmanager am Computer, z. B. KeePass, 1Password oder „Schlüsselbundverwaltung“ unter Mac OS. Dort werden Passwörter verschlüsselt gespeichert, und lassen sich nur durch die Eingabe eines Master-Passwortes auslesen.
  • Nicht das selbe Passwort für alle Accounts verwenden
  • Bereits verwendete Passwörter nicht erneut verwenden